SEO Studie: Die großen Trends – das müssen Sie im B2B SEO beachten

Eine SEO Studie von Authority Hacker gibt neue Aufschlüsse darüber, was derzeit in der SEO von Google gefordert wird. Wir haben die US-amerikanische Studie analysiert und stellen die Zusammenhänge zum deutschsprachigen B2B-Sektor her. Aus der SEO Studie lassen sich Tipps und Trends ableiten, die Ihnen bei Ihren Ranking-Ergebnissen helfen können. 

 

SEO Studie

 

 

Über die SEO Studie

Durchgeführt wurde die Studie von Authority Hacker, Spezialisten für Online Marketing. Dabei wurden 12 000 zufällige Keywords untersucht. Die Quelle dafür war der Google Keyword Planner. Für alle diese Keywords wurden die ersten 10 Ergebnisse auf der Suchergebnisseite von Google untersucht. Dabei ergaben sich insgesamt 1,1 Millionen auswertbare Ergebnisse. Weitere Tools, die in der Studie genutzt wurden, waren: ahrefs Keyword Explorer, AuthorityHacker Crawler, Google PageSpeed Insights.

 

Tipp: Wenn Sie sich erst einmal allgemein zum Thema SEO im B2B informieren wollen, empfehlen wir Ihnen unseren Einstiegs-Beitrag mit Erklärungen und Praxistipps rund um das Thema B2B SEO.

 

SERP-Features wie Featured Snippets

Die SEO Studie fand heraus, dass mittlerweile durchschnittlich 46 % der Suchergebnisseiten von SERP Features dominiert werden. SERP Features sind beispielsweise Featured Snippets wie im Bild unten. Zum Vergleich: Eine Studie von ahrefs kam im Jahr 2017 auf lediglich 12,29 %.

SEO Studie: Featured Snippet
Ein Featured Snippet erscheint ganz oben auf der SERP und beantwortet die Suchanfrage direkt in kurzen Sätzen.

Dabei ergab sich auch die Korrelation, dass mit einem hohen Suchvolumen auch die Wahrscheinlichkeit eines Featured Snippets leicht steigt, nämlich auf 48 %. Werden dann noch alle „gebrandeten Suchbegriffe“ ausgeschlossen – also beispielsweise Suchanfragen wie „Anzeige Maschinen Markt“ oder „Tasse Amazon“ steigt das Ergebnis der Seiten mit SERP Features wie Featured Snippets auf 65,5 %.

 

Was heißt das? Der rasante Anstieg der Featured Snippets (Position 0) lässt darauf schließen, dass Google den Traffic bei sich behalten will. Das Featured Snippet bietet auf simple Suchanfragen direkt eine Antwort. Nutzer müssen also nicht länger auf Suchergebnisse klicken, um Antworten auf die jeweilige Suchanfrage zu erhalten, sie bekommen sie direkt von Google.

 

Was bedeutet das für das B2B SEO?

Hier kann ich nun etwas Entwarnung geben. Zwar gibt es keine offizielle Untersuchung zu B2B-Suchphrasen, aber die SEO Studie von Authority Hacker ist zum einen in den USA durchgeführt – hier passieren Google-Änderungen meist schneller und vehementer als im deutschsprachigen Raum – zweitens haben sie dabei viele „B2C-Keywords“ sowie Keywords mit hohem Suchvolumen untersucht.

 

Nun sind die Suchvolumina im B2B oft wesentlich geringer und Suchphrasen sind meist auch sehr zielgruppenspezifisch (ein weiterer Beleg dafür, dass Sie die Sprache Ihrer Zielgruppe sprechen müssen). B2B-SEO beschäftigt sich also meist mit Keywords, deren Suchvolumen weit unter 1000 Suchanfragen im Monat liegt – in den USA und insbesondere im B2C ist das bereits wenig. Kurzum: Im B2B tauchen bislang noch nicht so viele Featured Snippets auf, wie im privaten oder B2C-Sektor. Achten Sie gerne einmal selbst darauf, wenn Sie verschiedene Begrifflichkeiten googlen.

 

Nichtsdestotrotz ist das keine Entwarnung für alle Zeiten. Denn Google unterscheidet prinzipiell nicht zwischen Keywords mit hohem und Keywords mit niedrigen Suchvolumen. Auch das ergab die Studie. Allerdings basieren die Google-Suchergebnisse nicht zuletzt auf Daten und Nutzerverhalten. Bei einem Keyword, das im Monat nur 10 Mal gesucht wird, ist es aufwendiger Daten über die Suchintention zu sammeln. Und Google wird in der Regel kein Suchergebnis featuren, wenn sich die Suchmaschine nicht sicher ist, dass es den Nutzer absolut zufrieden stellt.

 

Aber der Algorithmus wird immer intelligenter und es wird durch die Massen an Daten leichter, die Suchintention der Nutzer auszuwerten. Man kann also davon ausgehen, dass Google über kurz oder lang nachziehen wird. Sie sollten sich also mit der Thematik Featured Snippet vertraut machen. Denn gibt es das SERP Feature für eine bestimmte Anfrage, entfallen darauf die meisten Klicks.

 

 

 

 

Ergebnisse der SEO Studie – Backlinks und Content:

Backlinks – umstritten und eine sehr schwere SEO-Thematik. Trotz aller gegenteiligen Aussagen sind Backlinks (Links einer externen Domain auf Ihre eigene) nach wie vor ein ausschlaggebender Rankingfaktor. Die SEO Studie von Authority Hacker kommt sogar zu dem Schluss, dass Backlinks der wichtigste Rankingfaktor seien: „There’s no news here. Backlinks remain the most important ranking factor.“

 

Jedoch muss man hier dazu sagen, dass englische Suchbegriffe untersucht wurden und die Studie sich ausschließlich auf amerikanische Suchergebnisse fokussiert. Des Weiteren geht es hier um Keywords mit sehr hohem Suchvolumen (ab 1000 Suchanfragen pro Monat). Das ist in der Regel mit der B2B-SEO-Kür nur recht mäßig vergleichbar.

 

Denn allein die Anzahl der Backlinks, die B2B-Websiten überhaupt organisch – also zum Beispiel über guten Content, Kunden, Fachmedien etc. bekommen können, ist begrenzt. Allgemein gibt es viel zu viele Seiten im Netz, um zu erwarten, dass es für jede dieser Pages einen Backlink geben kann. Daher haben auch andere Faktoren signifikanten Einfluss auf das Ranking.

 

Aber wieder lässt sich eine Korrelation herstellen. Denn was Google für die Suchphrasen durchsetzt, die tatsächlich Traffic und Nutzung für die Suchmaschine bedeuten, kann sich auch auf weniger frequentierte oder gar noch nie dagewesene Suchanfragen – wie sie im B2B-Sektor üblich sind – ableiten lassen.

 

SEO Studie
Durchschnittlich entfallen auf die Position 1 bei Google 1962 Backlinks. Bildquelle: www.authorityhacker.com/

 

Lassen Sie sich von der hohen Zahl der Backlinks erst einmal nicht abschrecken, aber haben Sie das Thema Backlinks unbedingt auf dem Schirm und versuchen Sie organisch alle Möglichkeiten zu nutzen. Denn bereits ein oder zwei gute und themennahe Backlinks können einen signifikanten Ranking-Unterschied machen. Hier finden Sie Ideen und Tipps zum B2B Link Building. Aber auch mit wenigen oder sogar ganz ohne Backlinks kann eine Unterseite Ihrer Domain gut ranken – und zwar wenn Sie genialen, einzigartigen Content liefern, der Ihre Nutzer absolut zufrieden stellt.

 

Auch das bestätigen die Studienergebnisse: Demnach spielt die Content-Länge durchaus eine Rolle, denn Seiten, die auf Position 1 ranken haben durchschnittlich 1337 Wörter. Jedoch gilt das nicht immer. Die Content-Länge muss auch zur Suchintention passen, die hinter der jeweiligen Suchphrase liegt.

 

Der richtige Content für die Suchintention

Beispielsweise ist bei dem Suchbegriff “Kompressor kaufen” ein langer Fließtext eher suboptimal, da die Suchanfrage eindeutig transaktional und nicht informationsgetrieben ist. Wenn Sie dieses Keyword googlen, erscheinen fast ausschließlich Shops, bei denen Sie tatsächlich einen Kompressor erwerben können. Optimieren Sie also eine Seite auf dieses Keyword und schreiben einen langen Fließtext über die Funktionsweise von Kompressoren, werden Sie damit nicht ranken.

 

Anders sieht es aus, wenn Sie Ihre Seite und Ihren Content auf das Keyword “Kompressor Funktion” optimieren. Hier wünscht sich der Nutzer Informationen, Erklärungen und Grafiken – also ausführlichen Content. Das spiegelt sich auch in den Suchergebnissen wieder.

 

Viel wichtiger als die Länge des Contents – und das kann ein Grund sein, warum langer Content im Schnitt besser rankt, ist die Qualität Ihres Contents. Denn um ein Thema ausführlich und ganzheitlich zu behandeln und damit den Konsumenten voll zufrieden zu stellen, braucht es in der Regel nun mal eine gewisse Anzahl an Worten.

 

Je besser das Ranking, desto mehr Worte umfasst auch der Content (Durchschnitt). Bildquelle: www.authorityhacker.com/

 

Versuchen Sie also nicht auf Teufel komm raus mehr und mehr Worte in Ihre Texte zu quetschen, sondern beschreiben, analysieren und erklären Sie ein Thema solange, wie es nötig ist.

 

Sollten Sie hingegen merken, dass Ihre Inhalte ausufern, bleibt die Überlegung, ob sie Ihren Content wirklich nur zu einem Thema kreieren, oder ob es nicht sinnvoll wäre, den Content zu clustern und spezifischer auf die Suchanfragen abzustimmen. Manchmal muss ein Thema unterteilt und in mehreren Beiträgen oder Seiten behandelt werden, da es sonst zu unspezifisch wäre, um die Suchintention zu erfüllen.

 

 

Die SEO-Basics: Wo muss das Fokus Keyword auftauchen?

 

In der SEO Studie wurden natürlich auch SEO-Klassiker wie Keywords, URL und Title-Tags untersucht. Dabei ergaben sich folgende Ergebnisse:

 

Eine alte SEO-Kür besagt, dass das Fokus-Keyword an folgenden Stellen auftauchen muss:

  • H1
  • SEO-Title (Title-Tag)
  • URL
  • Im ersten Absatz des Textes
  • Meta Description
  • Mindestens einer H2

 

Diese Empfehlung bestätigt sich in Teilen auch in der untersuchten SEO Studie. Demnach ist das Keyword besonders in der H1 und im Title-Tag (SEO-Title) wichtig. Des Weiteren kristallisiert sich auch ein Zusammenhang von guten Ranking-Positionen und dem Keyword in der Meta Description heraus.

 

Sollte Ihre fokussierte Suchphrase also in Ihre Meta Beschreibung passen, dann setzen Sie sie ein. Auch im ersten Absatz des Textes und den H2-Überschriften schadet der Einsatz des Keywords in der Regel nicht, wenn dieser genuin passiert.

 

Keine große Korrelation zeigte sich bei der Verwendung des Keywords in der URL oder auch der URL-Länge.

 

 

Weitere B2B SEO-Erkentnisse aus der Studie

Unterschiede der ersten und zweiten Suchergebnisseite: Die Studie von Authority Hacker kam des Weiteren zu dem Schluss, dass sich die Inhalte, die auf Seite 2 ranken, oft gar nicht so sehr von den Inhalten auf der ersten Google-Suchergebnisseite unterscheiden. Laut der SEO Studie sind besonders Faktoren wie eine HTTPS-Verschlüsselung, Domain-Autorität, Suchintention und der Einsatz des jeweiligen Keywords sehr ähnlich.

 

Das lässt den Schluss zu, dass es weitere Rankingfaktoren im Google-Algorithmus gibt, die entscheidend über die Ergebnisse sein können. Ein Beispiel, das Authority Hacker erwähnt, ist E-A-T. In diesem Whitepaper erfahren Sie mehr über E-A-T: B2B SEO Grundlagen, Tipps und Trends. Aber auch Backlinks und Domain-Autorität sowie gute Nutzersignale können einen maßgeblichen Unterschied machen.

 

Sicherheit: Eine HTTPS-Verschlüsslung Ihrer Website ist unabdingbar und für Google nicht verhandelbar. Besonders wenn Sie mit Kunden-Logins und somit mit personenbezogenen Daten agieren.

 

Page Speed: Dieses SEO-Nugget wurde lange Zeit glorifiziert. Die Seitenladezeit sei absolut ausschlaggebend für gute Rankings. In der Studie konnte das nicht belegt werden. Und auch eine SEO Studie von kokoen kam zu einem ähnlichen Schluss: Die Lagegeschwindigkeit ist nicht (immer) ein so wichtiger Rankingfaktor, wie uns viele SEOs weismachen wollten. Optimieren sollten Sie diese jedoch trotzdem, allein um Ihre Nutzer zufrieden zu stellen.

 

Keywords SIND WICHTIG: Egal ob man die Anzahl oder die Keyword-Dichte im Content misst, sie können maßgeblich für Rankings sein. Zudem sind sie, wie oben erwähnt, besonders in der H1 und im Title-Tag laut der Studie ausschlaggebend. Das bedeutet nicht, dass Texte mit massenhaft Keywords erstellt werden sollen. Denn eine zu hohe Keyword-Dichte kann sich auch schädlich auswirken. Jedoch ist der Core Algorithmus von Google auch 2020 noch ein Algorithmus und egal wie viel KI bereits in ihm steckt – auch 2020 macht der Bot Thema und Relevanz (auch) noch an der Termgewichtung fest.

 

Top-Position: Der erste (organische) Platz – ist neben der Position 0 (Featured Snippet) nach wie vor die Position, auf die die meisten Klicks entfällt. Eine Zeit lang kursierte das Gerücht, Nutzer würden das erste Ergebnis auf der SERP überspringen, weil sie ihm nicht vertrauen würden. Das bestätigt sich in der Studie nicht:

 

Studie für Suchmaschinenoptimierung
Bei Keywords mit hohem Suchvolumen entfallen 47,2 % der Klicks auf das erste Suchergebnis.  Quelle: Authority Hacker

 

Die erste Position erhält laut der Studie durchschnittlich also fast die Hälfte aller Klicks. Auf der zweiten Suchergebnisseite bekommen Sie nahezu gar keine Klicks mehr. Wenn man sich Suchergebnisse nun mobil ansieht, stellt man fest, dass es noch unwahrscheinlicher wird, dass Nutzer überhaupt bis zur 5. Position scrollen.

 

Des Weiteren wurden in dieser Studie auch nur die organischen Snippets untersucht. Das heißt, Sie müssen bedenken, dass selbst über Platz 1 oft noch zahlreiche bezahlte Anzeigen erscheinen.

 

 

Fazit: B2B SEO – laut der Studie Fluch und Segen

B2B-Themen bleiben auch 2020 weniger frequentiert und Suchmaschinenoptimierung ist weiterhin ein schwieriges Themenfeld. Google rollt zahlreiche Updates aus und ändert Maßstäbe und Algorithmen, die es SEOs zunehmend erschwert, für relevante Themen auf einer guten Position zu landen.

 

Aber es gibt auch gute Nachrichten. In Deutschland und in der B2B-Szene sind wir von einigen dieser Änderungen langsamer betroffen. Das bedeutet, wir haben mehr Zeit uns darauf einzustellen und gleichzeitig von den Kollegen aus dem B2C und den USA zu lernen.

 

Einer Sache können wir uns allerdings sicher sein: Google entwickelt sich stetig weiter. Ständig testet die Suchmaschine SERP-Features, Designs und auch einzelne Suchergebnisse. Das was funktioniert, also eine hohe und positive Nutzerinteraktion hervorruft, bleibt. Das was nicht funktioniert, wird wieder entfernt. Das bedeutet für Sie, eine Ihrer wichtigsten Aufgaben in der SEO ist das beobachten der Änderungen, die Google vornimmt.

 

Googlen Sie ganz bewusst, sehen Sie sich Suchergebnisse genau an, verstehen Sie die Nutzerinteraktion und verstehen Sie, warum Google einen ganz bestimmten Beitrag für ein Featured Snippet ausgewählt hat. SEO bleibt ein Thema, das kontinuierlich betreut werden muss und das sich auch stetig weiterentwickeln wird. Es ist also nie vorbei mit der SEO-Arbeit.

 

Info: Bitte beachten Sie, dass die Studie nicht von Google selbst ist, sondern von einem US-amerikanischen Unternehmen durchgeführt wurde. Die komplette Studie finden Sie hier: Authority Hacker. 

 

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Quellen:

Authority Hacker
Kokoen

Weitere Quellen:

ahrefs, semrush

Bild: Unsplash.com

Laura Griebsch

Laura Griebsch hat nach dem Journalismus Studium (Bachelor of Arts B. A.) und dem Volontariat zur Marketing und PR-Managerin schnell erfahren, wie lebhaft B2B-Marketing ist. Sie ist immer auf der Suche nach Themen, die Marketer wirklich weiter bringen: „Content drives action – otherwise it’s poetry!”